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Review

Spore

PC-CD/DVD
Wertung   
7 von 10 Sternen



von Burkhard Büttner, 23.01.2009

Mit Spore haben Sie das Universum in Ihren Händen, denn Spore ist Leben und Sie sind der Schöpfer einer völlig neuen Rasse.

Für Spore trifft wohl am besten der Begriff \"Evolutionär\" zu, denn Spore fängt dort an, wo bisher noch nie ein Spiel gewesen ist: In der Ursuppe. Früher geht es in der Evolution nun wirklich nicht mehr, da werden Sie mir sicherlich zustimmen. Aber worum geht es in Spore eigentlich?

Nun, aufgeteilt ist Spore in 5 Phasen: Der Zellenphase, der Kreaturenphase, der Stammesphase, der Zivilisationsphase und der Weltraumphase. Später können Sie in jeder Phase einsteigen, aber beginnen wir doch mal von Anfang an. Die Zellenphase beginnt mit einem Meteoriten. Mit diesem fallen Sie direkt in die Ursuppe eines Planeten, und von da an müssen Sie versuchen, sich weiter zu entwickeln. Wie ein roter Faden ziehen sich Ihre Entscheidungen durch sämtliche Evolutionsphasen, d.h. das was Sie in der aktuellen Phase machen hat später wiederum seine Konsequenzen in folgenden Phasen. Wenn Sie sich in der Zellenphase für bestimmte Fähigkeiten Ihrer Kreation entscheiden, hat dies Auswirkungen auf Folgetalente. So weit, so gut.

Zu Beginn der Zellenphase müssen Sie sich erst einmal entscheiden, ob Sie lieber als Pflanzenfresser oder Fleischfresser Ihr Unwesen treiben möchten. Fleischfresser gelten später als die gewalttätige Rasse, die Ihre Macht über Gewalt erlangen und später aus Machtgier das gesamte Universum beherrschen möchten. Pflanzenfresser hingegen werden später in \"Star Trek\"-Manier den Weltraum friedlich besiedeln.

Nun aber erst einmal zurück zur Zellenphase. In einem Baumenü - dem Spore-Designer - können Sie sich Ihre Kreatur zusammenstellen. Das geht sehr einfach, denn die Auswahlmöglichkeiten sind in Kategorien aufgeteilt. So können Sie aus verschiedenen Torsos, Armen, Beinen, Köpfen und so weiter auswählen und die kosten Punkte. Allerdings ist die Auswahl am Anfang noch sehr spärlich und Sie müssen sich Verbesserungen erst einmal in der Ursuppe verdienen. Das geht durch fressen oder entdecken. Jedes mal, wenn Sie einen Gegner oder - als Pflanzenfresser - eine Pflanze gefressen haben, kassieren Sie Punkte. Hin und wieder entdecken Sie auch eine neue Eigenschaft, die Sie im Spore-Designer in Ihre Kreatur mit einbauen können. Im Laufe des Spiels erhalten Sie so immer mehr Möglichkeiten, Ihren Sprössling zu tunen. Natürlich sollte dies dazu führen, dass Sie für Ihre Feinde ungenießbar oder gar unbesiegbar werden. Damit das Ganze nicht zu langweilig wird, müssen Sie per Mausklick durch die Ursuppe schwimmen und dabei aufpassen, dass Sie nicht von riesigen Feinden - die werden vom Computer gestellt - verspeist werden. Um ins Spore-Design-Menü zu gelangen, müssen Sie Ihre Partnerin rufen. Das geht per Mausklick und schon kommt die Angebetete angeschwommen. Übersehen können sie die nicht, denn Sie sprüht förmlich vor Leidenschaft mit kleinen Herzchen. Der eigentliche Paarungsakt ist recht schnell von der Bühne, und schon kann es losgehen mit den Veränderungen an Ihrem Sprössling. Hierfür müssen Sie einfach nur Teile aus der Palette auf Ihre Kreation ziehen bzw. Teile davon entfernen oder austauschen. Die einzelnen Teile können außerdem noch in Größe und Form verändert und bunt bemalt werden. Ihrem Kreationsdrang steht eigentlich nichts im Wege, bis auf Ihr Punktekonto, denn alle Teile kosten Punkte. Sind alle Punkte aufgebraucht, können Sie einen Testlauf durchführen. Und sollte alles in Ordnung sein, dürfen Sie Ihre Kreatur auch abspeichern und später ins Internet hoch laden. Apropos in Ordnung: Natürlich gibt es bestimmte Grundvoraussetzungen für eine lebensfähige Kreatur. Ein Kopf mit einem Mund sollte schon vorhanden sein, schließlich muss der kleine ja auch fressen können. Sämtliche Änderungen werden sofort an bestehende Kreaturen weitergegeben und im Laufe des Spiels werden sie einige Ihrer Kreationen in der Ursuppe vorfinden, die Ihnen aber nicht feindlich gesinnt sind.

An dieser Stelle möchten wir noch erwähnen, dass der Vorgang des Baus für sämtliche Phasen gilt, d.h. lediglich das was Sie bauen unterscheidet sich. Der Spore-Designer wird in jeder Phase allerdings anders aufgerufen … es macht ja auch keinen Sinn, dass sich Raumschiffe paaren. Es ist also egal, ob Sie eine Zellenkreatur, ein Gebäude oder ein Raumschiff zusammen bauen. Der Vorgang ist immer derselbe. Sie können jeder Kreation einen Namen vergeben und auch im Internet zur Verfügung stellen.

Allen Phasen gemein ist auch die Fortschritts-Leiste. Diese gibt Auskunft darüber, wie weit Sie bisher fortschritten sind in der Evolution. Um eine Evolutionsphase abzuschließen, müssen Sie bestimmte Aufgaben erfüllen. Auf einen Punkt gebracht muss man sich entweder mit anderen Spezies anfreunden oder diese ausrotten. Bevor Sie in die nächste Phase einsteigen, dürfen Sie noch ein wenig an der Kreatur herumbasteln, schließlich müssen Ihre schwimmenden Zellen ja auch landtauglich gemacht werden.

Nach der Zellenphase kommen Sie also in die Kreaturenphase. Auch hier gilt es, zu überleben und sich und Ihr Nest weiter zu entwickeln. Gesteuert wird die Kreatur per Mausklick und auch alle weiteren Interaktionen werden mit der Maus gesteuert. Sie müssen das Land erkunden und bestimmte Aufgaben erledigen, wie zum Beispiel andere Spezies beeindrucken aus ausrotten. Prinzipiell gibt es also zwei Versionen, mit fremden Spezies umzugehen. Beeindrucken oder Töten. Beeindrucken können Sie andere Spezies mit Tanzen, Singen, Bezaubern oder Posieren. Niedlich gemacht ist das Beeindrucken von anderen Kreaturen: Dazu bewegen sich oder singen alle Kreaturen im Takt, müssen quasi eine \"Battle\" ausfechten. Wichtig ist hierbei, genau das nachzumachen, was die andere Seite vormacht. Also wenn der Gegner tanzt, muss das auch mit Tanzen beantwortet werden. Im Laufe des Spiels werden die Gegner aber immer Anspruchsvoller, sodass Sie im Spore-Designer darauf achten müssen, welche Körperteile diese Eigenschaften verbessern. Das gleiche gilt für das Töten. Fleischfresser müssen töten, um fressen zu können. Hier können Sie die Fähigkeiten Beißen, Angreifen, Schlagen und Spucken weiter entwickeln. Natürlich werden auch die Gegner immer stärker und die Kämpfe immer heftiger. Gut ist, wer mehrere Verbündete oder Mitnister in seinem Gefolge hat. Wenn Sie in der Entwicklung eine Stufe höher steigen (dies wird angezeigt durch ein aufploppendes vergrößertes Gehirn), dürfen Sie auch im Rudel jagen oder Beeindrucken. Das macht das Ganze natürlich viel einfacher und vor allem bei Kämpfen haben Sie größere Chancen, andere Nester zu besiegen. Ist der Forschrittsbalken voll, geht es in die Stammesphase. Natürlich dürfen Sie vorher noch das Design Ihres Stammes verändern.

In der Stammesphase steuern Sie einen kompletten Stamm mit der Maus. Damit Ihr Stamm überleben kann, müssen Sie für Nahrung sorgen und auf die Jagd gehen oder Beeren sammeln. Die Anzahl Ihrer Stammesmitglieder ist abhängig von Ihrem Fortschritt. Um evolutionär Fortschritte zu erzielen, müssen Sie bestimmte Ziele erreichen: Entweder alle anderen Stämme ausrotten oder sich mit ihnen verbünden. Für Verbündungen sollte man musikalisch einiges drauf haben und bestimmte Musikinstrumente bedienen. Der eigentliche Verbündungsvorgang erinnert ein bisschen an DSDS. Der fremde Stamm gibt vor, welches Instrument gespielt werden soll und Sie müssen dann die Taste für das jeweilige Instrument bedienen. Am Ende erhalten Sie eine Wertung bis zu 10 Punkten – alle fremden Stammesmitglieder halten eine Wertungstafel in die Höhe. Je öfter Sie 10 Punkte erreichen, desto schneller wird der fremde Stamm Ihr Freund. Sollte Ihnen ein Instrument fehlen, müssen Sie zuerst das passende Gebäude in Ihrem Dorf bauen. Das Baumenü für Ihr Dorf ist aber recht spartanisch und Gebäude können leider nur an fest vorgegebenen Plätzen aufgestellt werden. Je mehr verbündete Stämme Sie haben, desto größer wird auch Ihr Stamm und Sie können neue Mitglieder zeugen. Kämpfen geht natürlich auch, aber das ist nicht so einfach, denn die Gegner sind alle recht stark.

Und auch am Ende dieser Phase geht es wieder zum Design-Labor. Denn nun müssen Sie sich ein Gebäude zusammen stellen, Ihr Hauptquartier. Jetzt haben Sie die Zivilisationsphase erreicht, in der es natürlich um die Weltherrschaft geht. Gewürzgeysire müssen besetzt und Gewürz gesammelt werden, damit Geld verdient werden kann. Wichtiges Geld für Gebäude und Einheiten – je nach Ihrer evolutionären Geschichte produzieren religiöse Einheiten zur Bekehrung von Gegnern oder militärische Einheiten für dessen Vernichtung. Ob Sie Land-, Luft oder Seeeinheiten bauen können, hängt von der Lage Ihrer Stadt ab. Leider sind auch hier die Möglichkeiten begrenzt, denn das Stadtdesign ist schon fest vorgegeben. Gebäude können nur an bestimmten Plätzen erstellt werden und zudem muss ein Gleichgewicht zwischen \"guten\" Gebäuden zur Vergnügung und \"bösen\" Gebäuden zur Produktion geschaffen werden. Die Auswahl der Gebäude ist zudem noch stark begrenzt. Mit einer entsprechend großen Flotte können Sie sich dann auf den Weg machen, den Planeten zu erobern. Die Steuerung der Fahrzeuge ist denkbar einfach: Sie können über eine Buttonleiste angewählt werden und bekommen per Mausklick das Ziel zugewiesen. Das Ziel ist natürlich eine gegnerische Stadt, die Sie bekehren oder angreifen müssen. Nett gemacht ist der Vorgang des Bekehrens, denn Sie projizieren ein übergroßes Hologramm über der Stadt und offen, das Sie so den Widerstand brechen können. Wenn Sie eine vorgegebene Anzahl Städte eingenommen haben, dürfen Sie alle noch verbleibenden quasi per Mausklick übernehmen.

Und am Ende steht der Weltraum. Kurz noch ein Raumschiff zusammengebastelt, werden Sie in die unendlichen Weiten des Weltalls geschickt. Hier verlässt Spore das ursprüngliche Gameplay und artet in erforsche und erobere-Missionen aus. Dazu müssen sie sehr häufig wieder zum Heimatplaneten zurückkehren, um Ihre Erfolge zu präsentieren. Weltraummissionen bekommen Sie von Ihrer Heimatwelt oder von Spezies, die die Beziehungen zu Ihnen verbessern wollen. Innerhalb der Planetenatmosphäre steuern Sie Ihr Raumschiff mit der Tastatur und geben ihm so dir Richtung an. Im Weltall geht es weiter mit der Maus, denn hier können Sie lediglich die Sternensysteme und Planeten anklicken. Um nicht den Überblick zu verlieren, hilft Ihnen ein Weltraumfilter mit dem Sie die gewünschten Informationen filtern können. Zum Beispiel können Sie sich auf der Sternenkarte alle Sternensysteme anzeigen lassen, in denen Sie Kolonien oder Verbündete haben. Das ziel der Weltraumphase ist es, ein Netzwerk von Kolonien aufzubauen, um die vorherrschende Spezies zu werden. Auch hier gibt es verschiedene Strategien zum Erfolg. Sie können sich militärisch durchsetzen, aber auch der Handelsweg kann Erfolg versprechen. Aber am Ende steht eigentlich immer das gleiche Ziel, nämlich andere erobern, um voranzukommen. Zu guter Letzt gibt es noch eine Warnung zu beachten: Hüten Sie sich vor den Grox, denn sie wissen gar nicht, was Beziehungen sind.

Obwohl es keinen Mehrspieler-Modus gibt, sind Sie doch noch mit dem Internet verbunden. Die negative Seite ist der Online-Kopierschutz, der Sie zwingt, das Spiel zu registrieren. Und leider geht das auch nicht beliebig oft, denn ab einer gewissen Anzahl muss man sich telefonisch frei schalten lassen. Aber das hat auch positive Seiten, denn Sie können Ihre Kreationen im Internet für andere Spore-Spieler zur Verfügung stellen und sogar deren Kreationen in eigenen Spielen verwenden.
Das beiliegende Handbuch sollten Sie unbedingt in Ruhe studieren, denn das Tutorial des Spiels ist sehr dürftig gehalten und an einigen Stellen nicht ausführlich erklärend. Weitere Hilfe erhalten Sie auch noch in der Spore-Fibel, die tiefgreifendere Informationen zu Fähigkeiten, Waffen und so weiter bietet. Einfach loslegen können Sie komplett vergessen.

Grafisch präsentiert sich Spore ziemlich durchschnittlich, aber das kennen wir auch von den Sims. Gerade bei Bewegungen auf dem Land fallen Umgebungsfehler auf, da kann man schon mal durch Bäume laufen. Überhaupt ist die Kamerasteuerung nicht optimal und mal verliert gerne und schnell den Überblick. Die Steuerung ist wirklich schnell erlernt und auch in Kämpfen kommt kaum Hektik auf, denn alles erfolgt über Mausklicks. Das gilt auch für die friedlichen \"Battles\", in denen Sie den Gegner beeindrucken wollen. Allerdings finden sich in bestimmten Situationen liebevolle Details wieder, so zum Beispiel wenn befreundete Stämme singend und tanzend mit einem Präsentkorb vorbeischauen. Oder wenn es um den Paarungsvorgang geht, denn dann versprüht das Weibchen Herzen vor lauter Hingabe. Auf so ziemlich gleichem Niveau wie die Grafik ist die Soundkulisse, mal ganz nett, aber nicht wirklich überragend.


Fazit PC-CD/DVD

von Burkhard Büttner

Spore hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits ist man fasziniert und andererseits schnell gelangweilt. Jede Phase hat etwas für sich, aber letztendlich fehlt es an Spieltiefe. Man hat einfach zu wenige Gestaltungsmöglichkeiten, was zum Beispiel die Städte betrifft. Natürlich kann man sich Gebäude zusammenbasteln und auch Raumschiffe, Fahrzeuge, Flugzeuge, Schiffe und Lebewesen nach Herzenslust gestalten. Aber irgendwann hat man darauf auch keine Lust mehr. Für Gebäude wurden feste Plätze vorgegeben, und auch eine Vergrößerung von Dörfern und Städten ist nicht möglich, geschweige denn eine Infrastruktur aufzubauen. Statistiken fehlen fast vollständig. Die Animationen sind niedlich, aber nicht umwerfend. Sehr positiv ist die Möglichkeit, das Spiel komplett friedlich zu spielen, also ohne Kampf. Und auch der Austausch Ihrer Kreationen mit anderen Spielern über ein zentrales Portal machen dieses Spiel einzigartig. Fazit: Fans von Simulationen mit tiefgreifenden Möglichkeiten sollten von Spore die Finger lassen. Alle anderen werden sich sicherlich für längere Zeit amüsieren.


und sonst noch ...
Spore (Facts)
   




Stand: 23.01.2009
Facts
Titel: Spore
Genre: Simulation
Label: EA Games
Release: 04.09.2008 PC-CD/DVD
USK: ab 12
Release:
Entwickler: Maxis




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Multiplayer-Modus
Multiplayer: vorhanden



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