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Review

R.U.S.E.

PC-CD/DVD
Wertung   
9 von 10 Sternen


GamesView Hotgame

von Burkhard Büttner, 04.12.2010

Es sieht auf den ersten Blick eigentlich aus wie ein normales Strategiespiel. Aber nur auf den ersten Blick. Was nämlich auf den ersten Blick aussieht wie weiteres Echtzeitstrategiespiel mit dem Thema Zweiter Weltkrieg, offenbart seine Spieltiefe erst bei genauerem Hinschauen.

Zum Spielen von R.U.S.E. müssen Sie erst einmal einen UBISOFT-Account einrichten. Für die Installation ist es zudem erforderlich, Steam Zugriff auf ihren Rechner zu ermöglichen. Sobald Sie Steam installiert haben, geht auch die Installation des eigentlichen Spiels vonstatten.

R.U.S.E. versetzt Sie an die Westfront des Zweiten Weltkrieges. In der Kampagne können Sie in die Rolle des Major Joe Sheridan schlüpfen, und Schlachten von Tunesien über die Strände der Normandie bis hin nach Deutschland schlagen. Ziel ist es – selbstverständlich neben dem Zurückschlagen der Achsenmächte – einen Spion namens "Prometheus" ausfindig und unschädlich zu machen. Dieser Spion in den eigenen Reihen beliefert die Deutschen mit wichtigen Informationen über Truppenbewegungen, Stärke und Position des Feindes. Natürlich können Sie auch eigene Kämpfe gegen die KI ausfechten oder aber weltweit gegen andere Gegner online antreten. Zudem gibt es noch verschiedene Operationen, in denen Sie in ausgewählten Schlachten vorgegebene Ziele gegen den Computer erreichen müssen. Langeweile dürfte hier so schnell nicht aufkommen.

Aber was macht das Spiel denn so besonders? Sicherlich, Sie dürfen Einheiten anklicken, zusammenfassen und ihnen entsprechende Ziele vorgeben. Aber das macht man ja auch in anderen Echtzeitstrategiespielen. Und auch wenn man sich die Grafik an, vor allem die Animation der einzelnen Einheiten, so liegt das Hauptaugenmerk nicht unbedingt auf der extrem-detailverliebten Gestaltung von Einheiten und deren Bewegungsabläufen. Das können andere Spiele durchaus besser. Klar, der Sound ist schon klasse und die Geräuschkulisse vermag durchaus ein Gefühl für das Schlachtfeld zu vermitteln. Aber wenn Sie sich das Spiel "von oben " anschauen, werden alle Einheiten sowieso nur noch als Chips dargestellt, denn den großen Unterschied macht das Spielsystem. In vielen Strategiespielen geht es meist nur darum, den Gegner mit einer möglichst großen Anzahl an Einheiten in die Knie zu zwingen. Wer da viel produziert kann viele Einheiten zusammen stellen und derjenige, der am Ende die stärkere Armee zusammengestellt hat, wird dann auch gewinnen. Bei R.U.S.E. werden diese Strategen sofort scheitern. Denn es gibt bei weitem mehr zu beachten. Prinzipiell erinnert R.U.S.E. an ein Schachspiel. Denn beim Schach gewinnt nur derjenige, der sich Gedanken über die möglichen Reaktionen seines Gegners macht. Nach heran gezoomt, erhalten Sie einen Blick auf das Gelände mit Bergen, Bäumen, Städten und so weiter. Auch Ihre Einheiten werden als solche dargestellt. Je weiter Sie sich von der "Erdoberfläche" entfernen, umso mehr werden die Einheiten zusammengefasst, bis Sie nur noch als große Chips für schwere Einheiten und kleine Chips für leichte Einheiten dargestellt werden. Es genügt nicht, mit einer Handvoll Panzer einzumarschieren, denn die größere Gefahr stellt nicht eine gegnerische Panzerarmee dar, sondern dessen Infanterie, die sich innerhalb des Geländes verstecken und mit Hinterhalten operieren kann. Die richtige List ist der Schlüssel zum Sieg. In R.U.S.E. stehen Ihnen nämlich verschiedene Listen zur Verfügung, die Sie gegen den Gegner einsetzen können. Zum Beispiel können Sie Scheingebäude erstellen, in denen Sprengfallen auf den Gegner warten. Durch Funkstille können Sie Ihre Einheiten vor dem Geheimdienst der Feinde verbergen, die wiederum ohne diese List durch gegnerische Spionage sichtbar gemacht werden kann. Tarnnetze sorgen dafür, dass Gebäude für den Gegner nicht sichtbar sind damit nicht mehr angegriffen werden können. Diese List kann wiederum nur durch eine Aufklärungseinheit, die Sie in das betroffene Gebiet schicken, aufgehoben werden. Besonders effektiv ist es auch, durch Decodierung die nächsten gegnerischen Züge sichtbar machen zu können. So ist es Ihnen möglich, die Taktik des Gegners zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Es kann natürlich auch sein, dass der Gegner gerade damit gerechnet hat und wiederum weitere Züge vorab geplant hat. Scheinarmeen täuschen Angriffe vor, durch Dateninversion wird die Anzeige von leichten und schweren Einheiten umgekehrt. Große Chips werden auf dem Spielbrett dann zu kleinen Chips und umgekehrt. Es gibt noch einige mehr solcher Listen, die dem Gegner – aber auch Ihnen – das Leben schwer machen. Daher sollte Ihr Grundsatz immer lauten: "Don't believe what you see".
Den Sieg können Sie erlangen, wenn Sie in einer Kampagne oder im Operationsmodus bestimmte Missionsziele erfüllt haben. Im Kämpfemodus und in den Mehrspielermodi gewinnt derjenige, der am Ende des Spiels - nach maximal 20 Minuten - die meisten Punkte erzielt hat. Punkte erhält man nur, wenn feindliche Einheiten oder Gebäude vernichtet beziehungsweise letzteres eingenommen wurde. Ein Listen-Zähler zeigt an, welche Listen zur Verfügung stehen und wie viele davon aktiviert werden können. Außer in der Einzelkampagne erhöht sich die Anzahl verschiedener Listen abhängig von der Spielzeit. Die Entscheidung, welche Listen zu welchem Zeitpunkt angewendet werden können, hängt dann von Ihrem strategischen Denken ab. Verstärkung für Ihre Einheiten erhalten Sie über das Produktionsmenü, wenn genügend Geld vorhanden ist. Der Nachschub wird in Währung ausgedrückt, und um Nachschub zu erhalten, müssen Sie zuerst gelb markierte Nachschublagerstätten einnehmen und ein solches Lager errichten. Die Versorgung Ihres Hauptquartiers übernehmen ab diesem Zeitpunkt LKWs, die zwischen beiden Punkten verkehren. Weil diese aber grundsätzlich immer nur das Straßennetz verwenden, sollten Sie hier besonders auf den Schutz vor dem Feind achten. Die Produktion von Einheiten kann erst erfolgen, wenn endsprechende Gebäude gebaut worden sind. Diese können Sie über das Produktionsmenü auswählen und auf dem Spielfeld platzieren. Bis auf einige Ausnahmen müssen die Gebäude zudem über Straßen miteinander verbunden werden, es ist also nicht möglich, diese im freien Feld zu bauen. Zusätzlich können Sie mit Hilfe von Forschungen und Einheiten-Upgrades diverse Verbesserungen durchführen.

Unterschieden werden die Einheiten nach Infanterie- und leichte Aufklärungseinheiten, Artillerie- und Luftabwehreinheiten, Panzer und Panzeraufklärer, Panzerabwehrgeschütze, Flugzeuge und Prototypen. Ihre Aufgabe ist es natürlich, eine schlagkräftige Truppe zusammen zu stellen, die die jeweiligen Stärken und Schwächen der einzelnen Typen berücksichtigt. Manche Einheiten sind schneller auf Straßen unterwegs, während andere sich durch unwegsames Gelände bewegen können. Dazu müssen Sie darauf achten, dass auch das Gelände ein wichtiger für die Reichweite von Einheiten ist. Das ist eigentlich auch logisch, denn ein Panzer bringt nichts, wenn ein Berg oder ein Gebäude sein Schussfeld einschränkt. Und auch die Infanterie ist im freien Feld Kanonenfutter und deshalb in unwegsamem Gelände besser aufgehoben.

Interessant wird es auch im Multiplayer-Modus, der leider nur Online funktioniert. Zusätzlich ist STEAM erforderlich, damit jeweils die aktuelle Version installiert ist. Sämtliche Errungenschaften werden im Spielerprofil festgehalten, die zudem noch in verschiedenen Modi erzielt werden können: Bei R.U.S.E. gibt es zwei Meisterschaften mit verschiedenen Spielmodi, die individuelle Meisterschaft in der zwei Spieler gegeneinander antreten oder aber in der Team-Meisterschaft mit jeweils zwei Spielern je Team. Die Meisterschaften sind zudem in 7 Ligen unterteilt, dadurch wird vermieden, dass sich Spieler mit unterschiedlichen Erfahrungsstufen unfaire Gefechte leisten.


Fazit PC-CD/DVD

von Burkhard Büttner

R.U.S.E. ist nichts für Strategen, die wie in Starcraft oder Command & Conquer mit übermächtigen Armeen den Gegner überrollen wollen. In R.U.S.E. muss man sich einleben, sich mit den Taktiken vertraut machen und seine Strategien genauestens überdenken. Das Thema ist nicht neu, durch den strategischen Überblick wie auf einen Schlachtfeldtisch wird aber eine völlig neue Atmosphäre aufgebaut. Ein kurzer Blick ins Spiel bringt überhaupt nichts, man sollte sich also unbedingt Zeit nehmen. Dafür aber wird man mit einem sehr interessanten und vielseitigen Strategiespiel belohnt. Grafisch gibt es natürlich viel bessere Spiele und auch der Sound ist nicht überragend, dafür ist aber selbst der Kampagnenmodus ausgewogen und für Einsteiger im Schwierigkeitsgrad moderat gehalten. Die optische Aufbereitung mit in Splitscreen-Manier eingespielten Videos sorgt dazu noch für eine runde Hintergrundgeschichte. Aber immer gilt: Don't believe what you see!


und sonst noch ...
R.U.S.E. (Facts)
   




Stand: 04.12.2010
Facts
Titel: R.U.S.E.
Genre: Strategiespiel
Publisher: Ubisoft Entertainment GmbH
Release: 2. Quartal 2010 PC-CD/DVD
USK: ab 12
Release:
Entwickler: Eugen Systems
off. Website ruse.de.ubi.com




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Multiplayer-Modus
Multiplayer: vorhanden
Allein oder im Team gegen weitere Online-Strategen
pro Windows PC: 1 Spieler
im Internet: bis zu 4 Spieler



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