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Review

Command & Conquer 4: Tiberian Twilight

PC-CD/DVD
Wertung   
6 von 10 Sternen



von Burkhard Büttner, 27.04.2010

Tiberium galt für viele als Schlüssel zum grenzenlosen Wohlstand und zur Macht. Doch es sollte anders kommen. Als die ersten Tiberium-Kristalle auf der Erde 1995 einschlugen, brachen verheerende Kriege zwischen der Global Defense Initiative (GDI) und der Bruderschaft von Nod um den Anführer Kane aus. Kane setzte alles daran, die Kontrolle über das Tiberium zu erlangen und brachte durch seinen Fanatismus als selbsternannter Messias die Menschheit an den Abgrund. Jahrzehnte später wird klar, das Tiberium eine Seuche ist, die die Gesamte Erde vergiftet. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Erde spätestens bis 2072 unbewohnbar sein wird. Nach endlosen Konflikten bietet Kane der GDI einen Waffenstillstand an. Gemeinsam entwickelten beide Seiten ein Tiberium-Kontrollnetzwerk (TKN), mit dessen Hilfe die Auslöschung der Menschheit verhindert werden soll. Dieses TKN nutzt das toxische Mineral für die Wiederherstellung des irdischen Ökosystems und ist fast fertig gestellt. Die Menschheit scheint gerettet zu sein. Aber viele Misstrauen Kane und warten nur darauf, dass er die GDI verrät. Ihre Aufgabe ist es, das TKN zu schützen, Ressourcen zu verwalten, Truppen zu bauen und zu verbessern, und das Ganze im Rahmen einer Kampagne, in der Sie viele schwierige Missionen zu bewältigen haben.

Die Geschichte um Tiberium Twilight (TT) beginnt mit Ihrer Laufbahn als erfahrener GDI Commander, der im Kampf schwer verletzt und nach einem Jahr durch Implantate wieder zum Leben erweckt worden ist. Dank eines experimentellen optischen Implantats ist es ihm zudem möglich, das TKN von jedem Punkt der Welt zu überwachen. Sie sind Teil dieses TKN und daher die perfekte Waffe für deren Verteidigung.

Der Kampagnen-Modus kann von Ihnen allein oder zusammen mit einem Freund im Koop-Modus gespielt werden. Hier wird schnell deutlich, dass man ohne Internetverbindung keine Möglichkeit hat, TT zu spielen. Über die Internetverbindung wird vor dem Spiel auf dem EA-Server die Legalität des Spiels geprüft. Damit dies überhaupt funktioniert, benötigen Sie einen kostenlosen EA-Account, über den Sie sich einloggen können. Beim Start werden erforderliche Updates, die auf dem Server liegen, automatisch installiert. So weit, so gut. Im Kampagnen-Modus erhalten Sie zuerst eine Einweisung in Form eines kleinen Tutorials, in dessen Verlauf es zu einigen kleineren Scharmützeln kommt. Sehr gute Videosequenzen zwischen den Missionen runden das Bild ab und geben dem Spiel eine Geschichte. Mit Fortschritt der Kampagne gelangen Sie an einen Punkt, an dem Sie sich für die GDI oder für Kane entscheiden müssen. Ab diesem Zeitpunkt geht es dann ans Eingemachte, und bereits im einfachen Modus müssen sich Neulinge schon anstrengen, um die Missionsziele zu erreichen. Vor dem Einsatz gibt es ein kurzes Briefing, und dann müssen Sie mit einem Crawler, einem mobilen Baufahrzeug, im Zielgebiet landen. Für die Crawler gibt es drei Klassen: Offensive, Defensive und Unterstützung. Im Gegensatz zu den Vorgängern gibt es in TT keine Bauhöfe mehr, mit denen Sie Gebäude und dann Einheiten produzieren können. Es gibt auch kein Tiberium mehr in Fabriken abzubauen. Das ist alles Geschichte und das Ergebnis einer radikalen Änderung im Spielkonzept. Je nach Klasse können Sie entweder schwer bewaffnete Walker und Panzer in die Schlacht schicken, oder sich eher defensiv verhalten und den Gegner in eine Falle locken. Oder aber Sie entscheiden sich für die Luftüberlegenheit und produzieren Flugeinheiten, die Ihre Bodentruppen unterstützen. Sie können aber nicht all diese Waffengattungen gleichzeitig produzieren, sondern nur mit Hilfe der jeweiligen Crawler-Klasse. Was Sie aber machen dürfen ist, Einheiten mit dem Offensiv-Crawler produzieren und anschließend die Crawler-Klasse wechseln. Das wurde sehr simpel gelöscht, es genügt, die Entf-Taste zu drücken. Nachteil dieser Aktion ist die Zeit, die das Ganze beansprucht. Bevor Sie nämlich den nächsten Crawler landen können, vergeht einige – vielleicht sehr wertvolle – Zeit. Einheiten können mit verschiedenen Upgrades versehen werden und ja, es gibt für GDI-Commander auch wieder Juggernauts und Mammut-Panzer. Neu hinzugekommen ist der Mastodon, ein schwerer Walker mit extremer Bewaffnung. Auch die NOD-Seite hat einiges an netten Überraschungen anzubieten. Scorpion-Panzer und die mächtigen Avatare können dem Gegner große Schwierigkeiten bereiten. Cool sind auch die Centurions, die mit einem Deflektorschild gegnerische Angriffe abwehren können. Dank unterirdischer Tunnelsysteme können sich die NOD-Truppen zudem auch noch sehr schnell im Feld bewegen. Die Scrins werden nicht mehr auferstehen, und so beschränkt sich der letzte Teil der Tiberium-Saga auf die ursprünglichen Gegner. Also heißt es: Zurück zu den Anfängen. Neben einzelnen Upgrades gibt es auch Spezialfähigkeiten, die in insgesamt 5 Stufen auf jeder Seite erreicht werden können. Insgesamt gibt es eine riesige Anzahl von Einheiten und Möglichkeiten, um dem Gegner eines auswischen zu können. Leider werden Sie auf Ihrem Rechner keine Massen von Einheiten befehlen können. EA Games hat sich dazu entschlossen, die maximale Einheitenzahl zu begrenzen. Das hat natürlich den Vorteil, dass man keine Performance-Einbußungen im Mehrspieler-Modus befürchten muss. Begrenzt wird die maximale Einheitenzahl von Kommandeur-Punkten (KP). Jede Einheit braucht eine bestimmte Anzahl an KP. Ist die maximale Anzahl erreicht, können keine Einheiten mehr gebaut werden. Wird eine Einheit zerstört, bekommen Sie die KP gutgeschrieben. Die Möglichkeit der Eroberung von Spawnpunkten lässt zudem den Gedanken aufkeimen, dass sich die Programmierer mehr in Richtung Team-Deathmatch orientiert haben. Und es wird wirklich stressig, weil man ja keine Übermacht produzieren kann. Der Gegner wechselt oftmals seinen Angriffsvektor und kommt von allen Seiten, weil auch er munter weiter produzieren kann im Rahmen seiner Möglichkeiten. Diejenigen, die sich schon einmal mit Arena Wars beschäftigt haben, kennen das Gefühl von Hektik. Es gibt keine Tiberium-Fabriken und Sammler, die zerstört werden können. Das war bisher immer die Schwachstelle, die zum Sieg geführt hat. Das können Sie jetzt vergessen. Sie können aber – während Sie die Position Ihres Crawlers wechseln – munter Einheiten weiter produzieren. Diese werden dann alle auf einmal ausgespuckt, sobald Sie den Crawler wieder platzieren. Natürlich nur im Rahmen Ihrer Kommandopunkte. Man kommt um diese Restriktion leider nicht herum.

An der Steuerung der Einheiten hat sich soweit nichts verändert. Einfach eine oder mehrere Einheiten mit einem Rahmen markieren und per Rechtsklick an eine Stelle beordern. Eine ausgewählte Einheit erhält einen grünen Rahmen sowie eine Statusanzeige, die den Waffenstatus und den Zustand der Einheit anzeigt. Neu ist, dass Einheiten nicht mehr ununterbrochen schießen können, sondern auch eine Zeit für das Nachladen benötigen. Mit der Q-Taste können Sie jetzt sämtliche Einheiten auf dem Bildschirm auswählen und auch der Crawler kann direkt angewählt werden. Da es keine Gebäude gibt, die man anklicken muss um Einheiten zu produzieren, hat man hier sehr schnell Zugriff auf seine Produktion. Natürlich können die Einheiten auch weiterhin direkt angeklickt oder in Gruppen aufgeteilt werden. Und was geschieht, wenn der Crawler zerstört wird? Früher war die Vernichtung des Bauhofs quasi der Genickbruck, falls man kein MBF gebaut hat. In TT verlieren Sie schlimmsten Falls Zeit, denn nach einiger Zeit können Sie neu "respawnen". Soviel zum neuen Spielkonzept.

Grafisch hat sich nicht sehr viel getan, zumindest ist kein Fortschritt erkennbar. Die Einheiten sind schön und detailliert gestaltet worden und jede Einheit hat seine optischen Eigenarten. So kann zum Beispiel ein angeschossener Walker nur noch humpelnd weiter laufen und manche Einheiten verlieren sogar Teile Ihrer Ausrüstung, je mehr sie beschädigt werden. Es wird also ein rundes Bild abgegeben, mehr nicht. Unter den Hauptakteuren ist natürlich Kane – gespielt von Joe Kucan – der Bekannteste von allen. Die Rollen von Colonel Louise James, Evelyn Rios, Gideon und Gereral Wesley Riggs sind mit Schauspielern besetzt, die in keinen großen Kinofilmen mitgespielt haben, dafür aber in verschiedenen kleineren Rollen aufgetreten sind.

Die Intelligenz der Gegner ist natürlich abhängig von dem Schwierigkeitsgrad, in dem Sie spielen. Aber grundsätzlich kann man die KI mit den Vorgängern vergleichen. Lediglich einige Bugs bei der Wegfindung trüben den ansonsten positiven Eindruck, denn es kommt häufiger mal vor, dass sich Einheiten "verhaken", weil Sie keinen Weg finden können. Und es kommt auch vor, dass Einheiten sie "überfahren", anstatt einander auszuweichen. Hier wird sicherlich der ein oder andere Patch erforderlich sein.
Im Multiplayer-Modus treffen Sie auf Varianten, die in Strategiesimulationen eigentlich nicht zu Hause sind. Da es nicht möglich ist, den gegnerischen Crawler zu zerstören, fällt die normale "Deathmatch"-Variante flach. Stattdessen müssen Sie gemeinsam Punkte einnehmen oder Tiberium von der Karte sammeln. Man muss nicht unbedingt mit anderen Spielern spielen, sondern kann Gefechte auch gegen den Computer führen. Interessanter wird es aber, wenn zwei Seiten mit je 5 Spielern gegeneinander antreten. Eine Online-Verbindung ist aber absolute Pflicht. Sobald Sie sich auf Ihrem EA-Account angemeldet haben, können Sie online spielen oder Ihre Kampagne weiterspielen. Online dürfen Sie dann auch eigene Spiele hosten und über die Chat-Funktion können Sie mit Ihrem Team kommunizieren. Erst im Online-Modus können die drei Klassen perfekt kombiniert werden. Jeder Spieler kann sich für eine Klasse entscheiden und dann seinen Beitrag zum Sieg leisten, entweder durch Verteidigung oder durch Offensive und Unterstützung. Hier macht es Sinn, im Kampagnen-Modus fehlt diese Option leider völlig.


Fazit PC-CD/DVD

von Burkhard Büttner

Es ist schon irgendwie haarsträubend, was uns EA Games da präsentiert. Optisch passt sich Tiberium Twilight gut in die Reihe der Tiberium-Saga ein. Nett anzuschauen. Aber das war es auch schon. Wo bleibt der Basisausbau, der Tiberium-Abbau? Alles weg. Die Zerstörung der Versorgung des Gegners war seit Beginn immer schon der Schlüssel zum Sieg. Das ist jetzt weggefallen. EA Games verspricht dafür schnelle Schlachten, aber durch die Begrenzung auf Kommandopunkte ist zum Beispiel ein Rush-Sieg völlig ausgeschlossen. Die Klasse bestimmt, was produziert wird, aber Abwehrtürme werden deaktiviert, sobald von der Defensiv-Klasse auf die Offensiv-Klasse gewechselt wird. Schade eigentlich. Durch die Mobilität der Crawler kann der Spieler seine Position ständig ändern, sodass es der Gegner schwer hat, sich eine Strategie zu Recht zu legen. Im Online-Modus können Teams sich auf die unterschiedlichen Klassen verständigen und so gemeinsam besonders effektiv vorgehen. Schade nur, dass man ohne eine Online-Verbindung überhaupt nicht spielen kann. Unterwegs mal kurz C&C spielen? Vergiss es. Fans der Saga werden meiner Meinung nach zu Recht enttäuscht sein. Obwohl es sich eigentlich um ein solides Spiel handelt, geht die neue Taktik der Programmierer nicht auf. Mir fehlt das typische C&C – Feeling.


und sonst noch ...
Command & Conquer 4: Tiberian Twilight (Facts)
   
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Stand: 27.04.2010
Facts
Titel: Command & Conquer 4: Tiberian Twilight
Genre: Strategiespiel
Publisher: EA Games
Release: 18.03.2010 PC-CD/DVD
USK: ab 16
Release:
off. Website www.commandandcon...




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Multiplayer-Modus
Multiplayer: vorhanden
Kommunikation via VoIP-Headset
pro Windows PC: 1 Spieler



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