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Review

Arma III: Deluxe Edition

PC-CD/DVD
Wertung   
8 von 10 Sternen


GamesView Hotgame

von Burkhard Büttner, 19.10.2013

Im Jahr 2035 sind die beiden griechischen Inseln Lemnos und Altis eher wenig für einen gemütlichen Strandurlaub geeignet. Das liegt nicht unbedingt an den fehlenden Sandstränden und malerischen Bergen, vielmehr hat sich hier eine iranische Allianz mit dem Namen CSAT breit gemacht und die Einheiten der NATO wollen dem nun ein Ende setzen. Und das ist im Anbetracht des riesigen Geländes von 270 Quadratkilometern (Hamburg hat ungefähr die Hälfte) kein einfaches Unterfangen.

Wir haben die Gelegenheit erhalten, die Limited Deluxe Edition anzutesten. Diese enthält neben dem Spiel einen Aufsteller der Standardtastenbelegungen, eine Karte der beiden Inseln der Republik Altis und Stratis im Maßstab 1:400000 und ein kleines, aber nicht
ausführlich gedrucktes Handbuch. Hierzu wurde ein Feldhandbuch im Spiel integriert, das man in jeder Situation aufrufen kann. Dazu finden sich im Steam-Verzeichnis des Spiels zusätzlich noch die Karte der beiden Inseln als PDF, 6 Soundtrack-MP3-Dateien sowie ein Tactical Guide im PDF-Format.

Aktuell gibt es noch keine Einzelspieler-Kampagne. Zum Üben und Kennenlernen finden sich einige Demo-Missionen, die Sie mit dem Spiel vertraut machen. Als Tutorial taugen diese Missionen übrigens nicht sehr viel, weil Sie kaum Einblick in die zu verwendenden Tasten bieten. Für Einsteiger bedeutet dies eine ziemlich große Hürde, denn in den wenigsten Fällen wird klar, welche Taste welche Aktion auslöst, und je nach Fahrzeug oder Flugzeug oder Boot variieren diese auch noch. Gerade in der Anfangszeit konzentriert man sich auf das Geschehen. Sie erhalten zwischendurch zwar knappe
Informationen eingeblendet, diese werden aber nur kurz angezeigt. Die Gefahr, die sich daraus ergibt, ist dass man gar nicht mehr weiß, was man tun soll und die Befehle nochmals aufrufen funktioniert leider nicht. An dieser Stelle wäre ein Kommando "Befehl bitte wiederholen" angebracht, zumal das ja auch im echten Leben möglich ist. Für die Kampagne müssen Sie sich noch bis Mitte Oktober gedulden, dann sollen auch Einzelmissionen zur Verfügung gestellt werden.


Grundsätzlich orientiert sich die Steuerung an den genreüblichen Belegungen, also ASWD, und dazu kommen noch etliche andere Tasten und Kombinationen. Während dies zusammen mit der Maus eine gute Option darstellt, gestaltet sich die Steuerung von Fluggeräten schon sehr viel aufwändiger. Empfehlenswert ist deshalb die Verwendung eines Joysticks, wenn man seine Hauptaufgabe in der Bekämpfung aus der Luft sieht. Während des Spiels dürfen alle Fahrzeuge, Flugzeuge, Boote und Waffen benutzt werden. Die Grundausstattung allerdings ist von der Klasse abhängig, mit der wir uns ins Geschehen eingeloggt haben. Das heißt, einigen Klassen stehen Panzerfäuste zur Verfügung, andere besitzen nur eine leichte Bewaffnung, um zum Beispiel Reparaturen oder Sabotageaufträge ungehindert durchführen zu können. Permanenter Dauerlauf mit vollem Gepäck – wer kennt das nicht aus der guten alten Grundwehrdienstzeit? – wirkt sich sehr nachhaltig auf die Atmung aus. Im Klartext heißt dass, je länger Sie rennen,
desto geringer ist die Chance, anschließend überhaupt noch etwas zu treffen. Vor allem Bergauf kann einem schon einmal gehörig die Puste ausgehen. Deshalb sollte man im Einsatz mit seinen Kräften gut haushalten und die eine oder andere Pause zur Erholung einlegen. Verwundete Soldaten können mit einem Erste-Hilfe-Kasten behandelt werden. Dies betrifft aber nur leichte Verletzungen. Hierzu genügt es, den Kameraden anzuvisieren und mit dem Mausrad das Aktionsmenü aufzurufen und ihn zu behandeln. Für schwerere Verletzungen muss ein Sanitäter her, denn der kann Verbandskästen verwenden und jede Verletzung und sogar sich selbst verarzten. Die Schwere der Verletzung folgt dabei physikalischen Gesetzen. Damit ist gemeint, dass es einen Unterschied macht, ob man von einem Baum fällt oder eine Klippe herunterstürzt. Geschwindigkeit und Masse werden also bei einem Aufprall durchaus berücksichtigt. Verwundungen wirken sich grundsätzlich auf Ihre Einsatzfähigkeit aus: Die Sicht wird eingeschränkt, Ziele können nicht mehr korrekt anvisiert werden und auch die Geschwindigkeit lässt schwer zu wünschen übrig. In solch einem Fall muss der Sanitäter gerufen werden und wenn ein Mitspieler seine Sache gut macht, ist er auch rechtzeitig zur Stelle.

Mitspieler können auch durch so genannte Bots, also vom Computer gesteuerte Gegner oder Kameraden ersetzt werden. So richtig Spaßt macht es allerdings nicht, wenn die KI-Kollegen an Ihrer Seite kämpfen sollen. Hier zieht sich das Problem aus den Arma-Vorgängern wie ein roter Faden weiter.

Speziell für Fans der eigenen Szenarien zeigt sich Arma III sehr anpassungsfreudig, bietet es doch einen kompletten Editor in dem man sich nach Herzenslust austoben kann. Grundvorlage sind allerdings vorerst nur die beiden Inseln. Für sein eigenes Szenario können Sie einen Abschnitt für die Handlung auf der Insel bestimmen und dann mit Zeiten, Wetterbedingungen inklusive Zeitleiste für Ereignisse herumexperimentieren. Programmierer bietet sich zudem die Möglichkeit, über eine Konsole direkt das Szenario anzupassen. Hierzu sind allerdings einige Kenntnisse erforderlich, die es nur fortgeschrittenen Entwicklern ermöglichen, auch sinnvolle Ergebnisse zu erhalten. Dabei sind Sie nicht allein, denn es gibt schon eine große Community, die sicherlich gerne mit Rat und Tat zur Seite steht. Damit Ihr Werk nicht auf Ihrem Rechner ein einsames Dasein fristen muss, dürfen Sie es sogar veröffentlichen und vielleicht werden Sie ja sogar zu Berühmtheit gelangen. Wer weiß das schon?

Die Anforderungen an die heimische Hardware sind nicht von schlechten Eltern. Es wird die wenigsten Spieler geben, deren Rechner die Stufe "Ultra" packen dürften, aber in dieser Situation waren wir damals ja auch schon bei Crysis einmal. Arma 3 verwendet die neue und überarbeitete Version von der Real Virtuality Engine 4 und unterstätzt DirectX11. Ab Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten wird es anstrengend für den Rechner. Dabei zeigt sich Arma III sehr einstellungsfreudig, was die Anpassung der Grafik betrifft. Natürlich bietet das Spiel auch eine automatische Erkennung an, allerdings
kann diese bei einigen Konfigurationen trotzdem zu schlechter Performance führen. Da ist es gut, dass man selbst Hand anlegen darf und zudem noch die geschätzte FPS-Zahl oben links eingeblendet sieht. Sollten Sie es also mit den Einstellungen übertreiben, bekommen Sie direktes Feedback und müssen nicht erst das Spiel starten. Neben den Sichtverhältnissen dürfen Sie auch an der Qualität von Texturen, dem Gelände und Objekten herumspielen. Besondere Leistungsfresser, die allerdings auch für Atmosphäre im Spiel sorgen, sind die Einstellungen zu Schatten, Partikel, Wolken und Lichtverhältnissen. Zudem können Sie für jeden Schwierigkeitsgrad die jeweilige Stufe nach Ihrem Belieben anpassen. Wünschen Sie in der höchsten Schwierigkeitsstufe automatische Hilfen wie Fadenkreuze oder Infos auf dem HUD? Kein Problem. Und wem die Farben nicht gefallen, der darf sich auch hier gerne austoben. Sämtliche Einstellungsmöglichkeiten an dieser vorzustellen, würde den Rahmen doch arg sprengen. Die Darstellung der Umgebung hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck, sieht man einmal
von den Einstellungsmöglichkeiten ab. Besitzer durchschnittlicher Hardware werden die eine oder andere trostlose Gegend erleben, nämlich dann wenn die Kiste nicht mehr hergibt. Potentere Systeme zeigen schon in den besseren Auflösungen tolle Details in der Flora und Fauna. Auch die Animationen der 40 Fahrzeuge sind gelungen und die Lichteffekte erzeugen eine tolle Stimmung. Ein bisschen gepatzt wurde allerdings bei den Explosionen und der Feuerdarstellung, hier ist noch etwas Feinschliff angebracht. Alles in Allem meckern wir aber auf hohem Niveau. Die Soundeffekte in Arma III machen das Spiel zu einem realen Erlebnis. Effektvolle Explosionen und Schussgeräusche und allerhand um einen herumfliegende Objekte versetzen Sie tatsächlich auf ein Schlachtfeld. Und auch die ständigen Funksprüche machen Ihnen deutlich: Es wird ernst!


Um den Multiplayer-Modus kommt man bei Arma III einfach nicht herum. Nicht, weil es ein reines Online-Spiel ist, sondern weil zum Verkaufsstart ganz einfach die Kampagnen für einzelne Spieler fehlen. Diese sollen nachgeliefert werden. Installiert wird das Spiel über Steam und erfordert demnach generell eine schnelle Internetverbindung. Die kann nicht schnell genug sein, da ansonsten der Spielspaß durch Ruckler getrübt werden kann.
Neben den Multiplayer-Standards wie Deathmatch oder Team Deathmatch erfreuen sich vor allem die Koop-Missionen mit bis zu 64 menschlichen Spielern gegen Horden von Computer-Gegner einer großen Beliebtheit. Hierbei gibt es diverse Missionen und Nebenmissionen, die das Team dann der Reihe nach erfüllen muss.

Die Chat-Funktion ist sehr vielseitig, denn statt wie in anderen Shootern lediglich mit dem Team zu chatten, kann man auf mehreren Kanälen wahlweise mit allen Spielern oder aber auch nur mit einzelnen Gruppierungen, dem Oberkommando oder auch sogar dem Spieler nebenan im Fahrzeug direkt in unmittelbarer Umgebung "anchatten". Die Karte gibt einen guten Überblick über das Geschehen, aber die so genannten Spawn-Punkte finden sich nicht so häufig. Für die Orientierung im Feld können Sie nach Belieben Markierungen auf der Karte setzen. Vor Beginn einer Partie müssen Sie sich aber erst einmal für eine Seite und eine Funktion entscheiden, zur Auswahl stehen hier Sanitäter, Reparaturspezialisten, Automatikschützen oder auch Scharfschützen. Hierfür finden Sie auf beiden Seiten Slots, auf denen Sie sich dann per Doppelklick einloggen. Während des Matches ist aber jederzeit ein Teamwechsel möglich. Der großen Community ist es geschuldet, dass die Kartendaten erst einmal heruntergeladen werden müssen, bevor Sie sich einer Partie anschließen. Das kann dann je nach Internetgeschwindigkeit auch schon einmal einige Minuten in Anspruch nehmen. Schnell mal ins Spiel einsteigen, ist also nicht möglich. Hin und wieder erscheinen kleinere Skript-Fehler oder auch die physikalischen Gesetze werden fehlinterpretiert, im Großen und Ganzen sind dies aber Probleme, die sicherlich durch den nächsten Patch behoben werden können. Ob sich dadurch auch die eher durchschnittliche Intelligenz der vom Computer gesteuerten Figuren verbessert, bleibt außen vor.


Fazit PC-CD/DVD

von Burkhard Büttner

Arma 3 ist kein Battlefield und erst recht kein Call of Duty oder Medal of Honor. Aber das will es auch nicht sein. Wer sich auf Arma 3 einlässt und sich genügend Zeit nimmt für Steuerung und Gameplay, der findet hier eine atmosphärisch sehr gut gelungene Kampfsimulation im Sinne eines Ego-Shooters. Aber Achtung: Einsteiger werden sich vermutlich zu Anfang ziemlich fehl am Platze fühlen, weil ganz einfach nicht sofort klar ist, worum es geht und man in einigen Fällen hinter seinem Team herlaufen muss. Arma 3 ist kein schnelles Spiel, bringt aber jede Menge Realismus mit sich.


und sonst noch ...
Arma III: Deluxe Edition (Facts)
   




Stand: 19.10.2013
Facts
Titel: Arma III: Deluxe Edition
Genre: Action
Publisher: Morphicon
Release: 12.09.2013 PC-CD/DVD
USK: ab 16
Release:




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Screenshots :














Multiplayer-Modus
Multiplayer: vorhanden
Deathmatch, Team Deathmatch und Koop-Missionen
pro Windows PC: 1 Spieler
im Internet: bis zu 64 Spieler



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